Reisen Sambia 

Stromversorgung des Krankenhauses St. Paul ́s in Kashikishi, Sambia

 

Etwa 1000km von der Hauptstadt entfernt ist der bekannteste Teil des Ortes Kashikishi im Distrikt Nchelenge, Luapula das Krankenhaus, welches einen Umkreis von etwa 150km versorgt.

 

Die geteerte Straße endet 300m nach dem Krankenhaus, von dort führt die Sandpiste in den Kongo bzw. nach Tansania. 

 

Malerisch am See Mwala gelegen welcher nicht zum Baden einlädt (Bilartiose) ist ausserhalb des Ortskernes ursprüngliches Sambia vorzufinden. Die Lehmhütten sind mit Schilf oder Stroh gedeckt, die meisten Bewohner versorgen sich selbst durch Anbau von Nahrungsmitteln, Mais, Gemüse, Kartoffeln u.a.


Die Natur ist üppig grün in der Regenzeit von November bis April, dann regnet es oft monatelang nicht mehr. 

 

Im September 2013 wurde das Krankenhaus zur Überprüfung einer alternativen Stromversorgung besucht. Die Versorgung über das öffentliche Netz ist instabil und oft unterbrochen. Geräte werden durch die Spannungsschwankungen von 90 bis 260V beschädigt und die Stromausfälle behindern die Arbeiten im Krankenhaus sehr stark. Oft musste während einer OP der Generator als Stromquelle dienen. Aber auch dieser ist in die Jahre gekommen und läuft nicht zuverlässig. Für uns kaum vorstellbar, dass ein Patient auf dem OP-Tisch liegt und das Personal eine Notversorgung wegen Stromausfall nicht durchführen kann. 

Nach der Ausarbeitung einer alternativen Versorgung mit PV-Modulen und internen Netz welches die sensiblen Teile des Krankenhauses versorgt (OP, Labor, Geburtshilfe, Augenklinik, Verwaltung und Notlicht) wurde vom Basler Förderverein die Finanzierung von Material undTransport zugesagt. 

Im September 2014 wurde von 3 Monteuren und Personal vor Ort die Installation der Anlage durchgeführt.

Im Technikraum sind alle elektronischen Bauteile und die Batteriebank untergebracht. Es wurden 2 Inverter mit einer Leistung von 16000W verwendet. Drei Solarregler speisen von den Panelen direkt in das Verbrauchernetz ein. Es wurden bisher über 2000m Kabel verlegt, über 100 Steckdosen installiert und 80 Lampen zur Notbeleuchtung montiert.

 

Die PV-Leistung beträgt 15900W und es wurden bereits Spitzenwerte von über 14200W Einspeiseleistung beobachtet.


Um eine möglichst lange Lebensdauer zu gewährleisten werden die Batterien nur für den OP unter 50% der Kapazität entladen, Alle anderen Verbraucher werden vorher abgeschaltet. Der Technikraum wurde mit einer Klimaanlage versehen, da Spitzentemperaturen von über 45 Grad im Technikraum gemessen wurden. Die dadurch erhöhte Batterietemperatur (Spitzenwert 37 Grad) reduziert die Lebensdauer der Batteriebank erheblich, deshalb werden nun mit überschüssiger PV-Energie die Batteriebank und der Technikraum gekühlt.

 

Bei stabiler Internetverbindung können die Tageswerte der Anlage im sunnyportal von sma beobachtet werden. 

 

 

Peter Geißelsöder, Richard Koch und Rene Dmoch arbeiteten 5 Wochen an der Anlage um diese unter teils widrigen Umständen (hohe Temperaturen, unzuverlässige Stromversorgung, mangelhaftes Material vor Ort) für die Inbetriebnahme vorzubereiten. Herbert Albrecht hat dann im November und Dezember 2014 die Inbetriebnahme durchgeführt. Die Anlage versorgt nun das Krankenhaus mit unterbrechungsfreier Spannung. 

Nachts kann in allen Patientenabteilungen gearbeitet werden auch wenn keine Versorgung von außen gegeben ist. Geräte werden nicht mehr beschädigt, Geräte welche wegen der mangelhaften Spannungsversorgung nicht eingesetzt werden konnten sind nun im Einsatz am Patienten. 

Es erfolgte nach der Inbetriebnahme die Schulung von Mitarbeitern, so dass diese über die Funktion der Anlage informiert sind und Werkzeuge welche nun vor Ort vorhanden sind für die Wartungsarbeiten im Krankenhaus eingesetzt werden können. 

Im März 2015 erfolgt die erste Schulung nach der Inbetriebnahme, durch die starken Spannungsschwankungen aus dem Versorgungsnetz des staatlichen Energieversorgers Zesco wurde ein Relais des Inverters beschädigt. In den vergangenen Monaten ist die Versorgung zunehmend schlechter geworden und die Ausfallzeiten sowie die Spannungsschwankungen haben sich erheblich vergrößert.

Statt 30% der Zeit ohne Stromversorgung zu sein muss das Krankenhaus nun 70% der Zeit ohne öffentliches Netz auskommen. Es war von Vorteil statt der ursprünglich geplanten 10kWp die 15kWp an Panelen zu installieren. Alle wichtigen Teile des Krankenhauses können fast kontinuierlich arbeiten. Nur bei sehr schlechtem Wetter über mehrere Tage müssen Teile (Administation und Augenklinik) des Krankenhauses von der PV-Anlage getrennt werden da die Batteriekapazität nicht ausreichend ist.

An guten Sonnentagen wird noch immer ein Überschuss „erwirtschaftet“.

Durch die starken Spannungsschwankungen sind einige Wasserpumpen und Klimaanlagen beschädigt worden. Diese werden nun mit Schutzeinrichtungen versehen um ein Überhitzen der Motoren zu vermeiden.

August 2015

Es erfolgt die offizielle Einweihung der PV-Anlage zusammen mit einer Biogasanlage und der erweiterten Wasserversorgung. Der Basler Förderverein hat diese Erweiterungen möglich gemacht. Die Abwässer des Krankenhauses werden nun über eine Biogasanlage gereinigt und das gewonnene Gas wir der Küche genutzt.

Die nicht mehr ausreichende Wasserversorgung (teils durch Erweiterungen des Krankenhauses, teils durch den Stromausfall verursacht) machte es notwendig  die Wasserspeicher auf 60000 Liter aufzustocken.

Durch die Nutzung der Überschussleistung aus der PV-Anlage können nun die Wasserpumpen auch während der Stromausfallzeiten betrieben werden.